Soma: Das war Massenmord!

Bild: dpa

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Am 13.05.2014 kam es in einer Bergbaugrube der west-türkischen Stadt Soma aufgrund von fehlerhaftem elektronischem Material zu einer Explosion, wobei über 280 Kumpel starben. In den deutschen Medien wird die Explosion von Soma als großes Unglück dargestellt. Hierbei wird jedoch vergessen, dass dieses Unglück hätte verhindert werden können, da der private Betreiber der Grube beim Arbeitsschutz „gespart“ hat.

Wer hat Schuld?

Die Hauptverantwortung trägt die Firma Soma Holding, die seit der Privatisierung im Jahre 2005 nach und nach die Sicherheitsstandards abgebaut hat. Dies führte dazu, dass im Jahr 2013 insgesamt über 170 Minenarbeiter in der Mine gestorben sind. Hinzu kommt, dass es die AKP-Regierung seit Jahren ablehnt ein Papier zu unterzeichnen welches die Sicherheitsstandards für Minen weltweit festlegt. Dies zeigt unserer Meinung nach, dass die AKP klar auf der Seite der MinenbesitzerInnen steht und für deren wirtschaftliche Interessen sogar den Tod von ArbeiterInnen in Kauf nimmt. Was die Verbindung von AKP zum Kapital noch deutlicher zeigt ist der Umstand, dass die Frau des Minenbesitzers von Soma für jene Partei als Abgeordnete im Lokalparlament sitzt.

Wie reagierte die Bevölkerung und die Arbeiterklasse?

Direkt nach dem Unglück brachen in allen türkischen Großstädten Massenproteste gegen die von Erdogan geführte AKP-Regierung aus. Außerdem riefen mehrere Gewerkschaften für den 15. Mai zu einem Streik im Grubensektor auf. Diesem Aufruf folgten sehr viele Menschen. Wir unterstützen die Initiative der Gewerkschaften, da es wichtig ist für eine Verbesserung der Arbeitssicherheit insbesondere in den Minen zu kämpfen. An dieser Stelle wollen wir unser vollstes Mitgefühl und unsere Solidarität mit den getöten Minenarbeitern und ihren Verwandten ausdrücken.

Es wäre nun notwendig eine Massenbewegung in der Türkei aufzubauen, die dazu in der Lage ist die AKP-Regierung zu stürzen und eine Regierung bildet, die im Sinne der Mehrheit der Bevölkerung und nicht nur im Sinne einzelner UnternehmerInnen handelt.

Wir fordern:

  • Die Schaffung einer unabhängigen Kommission zur Aufklärung der Vorfälle von Soma. Diese sollte aus Vertretern der Gewerkschaften, der Bergarbeiter und der demokratischen zivilen Organisationen bestehen
  • Die Besitzer der Firma und die AKP-Regierung müssen für den Vorfall zur Rechenschaft gezogen werden
  • Freien Zugang zu medizinischer Unterstützung für die Überlebenden und für die Familien der Gestorbenen. Zudem sollten sie von der Regierung finanziell unterstützt werden
  • Die Öffnung der Bücher des Unternehmens um festzustellen, wie hoch die Gewinne der Firma
    sind, und um jene Gewinne an die ArbeiterInnen zurückführen zu können
  • Den Rücktritt des Energie- und des Arbeitsministers
  • Die Rückverstaatlichung aller privatisierten Staatsbetriebe ohne Kompensation

 

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