Solidarität und Mitgefühl mit den Opfern von Paris, Kopenhagen, Oldenburg und Sarre-Union – Gegen jeden Antisemitismus –

03.01

(antifa.elf Oldenburg) [4]

Bei den islamistisch motivierten Attentaten zwischen dem 7. und 9. Januar 2015 auf Karikaturisten sowie Mitarbeiter von dem Satire Magazin Charlie Hebdo und einem jüdischen Supermarkt in Paris sind insgesamt 17 Menschen umgebracht worden. Darunter waren vier Menschen mit jüdischen Glauben.

Zwischen dem 14. und 15. Februar gab es zwei Anschläge in Dänemark. In Kopenhagen wurde zunächst eine Veranstaltung in einem Kulturzentrum beschossen. Dabei starb ein 55-Jähriger Gast einer Diskussionsveranstaltung, die unter dem Namen „Kunst, Gotteslästerung und freie Rede“ tagte. Das Ziel des Anschlags war möglicherweise der umstrittene schwedische Zeichner Lars Vilks, dem vor allem auf Gewalt orientierte Djihadisten wegen seiner Mohammed-Karikaturen den Tod wünschen. [1]

Beim zweiten Anschlag auf eine Synagoge, ebenfalls in Kopenhagen, in der zu diesem Zeitpunkt eine Bat Mitzwa eines 12-Jährigen Mädchen gefeiert wurde, schoss ein Attentäter einen 37-Jährigen Wachmann mit jüdischen Glauben tödlich in den Kopf. Der jüdische Wachmann konnte die Bat Mitzwa Gäste vor dem Attentäter warnen und somit ein Blutbad verhindern. Zudem half er den Gästen beim Evakuieren, dabei wurde er vom Attentäter aus nächster Nähe vor den Augen der Polizei erschossen. Die Mutter des Mädchens sagte dazu: „Er ist ein Held, er hat uns gerettet“. [1] [2]
Eine Bat Mitzwa ist ein sehr wichtiges Ereignis im Leben eines jüdischen Mädchens, da diese dadurch ihre völlige religiöse Mündigkeit erlangt. An der betroffen Bat Mitzwa in Dänemark nahmen ca. 80 Personen teil, die alle geschockt von der brutalen Tat sind. Wir sind ebenfalls entsetzt über diesen Anschlag.

Bei den Anschlägen wurden zwei Menschen getötet und fünf körperlich verletzt. Der Täter starb bei einem Schusswechsel mit der Polizei am Sonntagmorgen, dem 15. Februar. [1]

Um Attacken auf jüdische Einrichtung anzuprangern muss man nicht weit schauen.
In der Nacht zwischen dem 13. und 14.02.2015 wurde in Oldenburg zum wiederholten Mal ein jüdischer Friedhof Opfer rechtsextremer Schmierereien. Ebenfalls wurden auch zwei Autos mit Hakenkreuzen verunreinigt. [3] Darüber hinaus haben die Neonazis auch im Umfeld Hakenkreuze und neonazistische Parolen, wie „NS Zone“ gesprüht.

Hochachtung, Respekt und Solidarität gilt der Aktion der Antifa-Oldenburg, welche die geschmierten Hakenkreuze an der Mauer des jüdischen Friedhofs mit Pappschildern verdeckt hat. Auf diesen ist die Message: „Gegen jeden Antisemitismus“ zu lesen. Auch die antifaschistische Spontan-Demo am 15.02.2015 verlief unter dem Banner: „Gegen jeden Antisemitismus“. [4]

15_01

(antifa.elf Oldenburg) [4]

Bereits 2011, wie auch 2013, gab es ähnliche Angriffe auf jüdische Gedenk- und Grabstätten. Schon am 19. November 2011 wurde der jüdische Friedhof in Oldenburg geschändet, indem sechs Grabsteine mit Farbbeuteln, die weiße Farbe beinhalteten, beworfen wurden. [5] Aufs Neue wurde in der Nacht vom 23. auf den 24. November 2013 zugeschlagen. Dabei wurden acht Gräber durch Hakenkreuzschmierereien entwürdigt. Zusätzlich wurden an die Mauer der Trauerhalle drei Hakenkreuze sowie die Aufschrift „Jude“ geschmiert. [6]

Am 15. Februar 2015 wurden noch in der ostfranzösischen Gemeinde Sarre-Union Hunderte jüdische Gräber verwüstet und entweiht. Auch dieser jüdische Friedhof ist erneut, wie der jüdische Friedhof in Oldenburg, zum dritten Mal das Anschlagziel antisemitischer Gewalt geworden. [7]
Wir verurteilen antisemitische Angriffe auf das Schärfste. Es kann nicht sein, dass 70 Jahre nach der Befreiung von Auschwitz Juden in Europa in ständiger Angst vor Angriffen und Überfällen leben. Der Faschismus darf sich in Deutschland und sonst wo auf der Welt nicht wiederholen. Der Neonazismus ist abzulehnen, weil dieser die erneute Verbreitung von nationalsozialistischen Gedankengut darstellt. Also jenem Gedankengut, welcher Auslöser von Tod, Elend, und Vernichtung in der NS-Diktatur und dem zweiten Weltkrieg war. Dieser mündete im schrecklichen Höhepunkt rassistischer, antisemitischer Gewalt, dem Holocaust, bei dem systematisch 6 Millionen Juden durch die NS-Täter umgebracht worden sind. Nazis wollen alle Juden vernichten, weil sie diese in ihrer menschverachtenden Weltanschauung als lebensunwürdig ansehen. Solche Ansichten müssen bekämpft werden, damit es nie wieder zu einem Auschwitz kommt.

Was ist der Dschihad? Der Dschihad wird als eine Art Anstrengung, Bemühung, oder Kampf auf dem Wege Gottes, Allah, im islamischen Glauben begriffen. Meist wird Dschihad ausschließlich als Heiliger Krieg übersetzt, was falsch ist. Es wird zwischen dem friedlichen, nicht militärischen Dschihad auf der einen, und dem gewaltsamen, militärischen Dschihad auf der anderen Seite unterschieden. Die friedliche Auslegung des Dschihad ist im Rahmen von Religionsfreiheit zu tolerieren. Darunter fällt zum Beispiel ein innerer spiritueller Kampf gegen die Verführung zu moralisch verwerflichen Taten und Ignoranz. Das bedeutet nicht, dass aus linker Perspektive nichts an dieser Variante, des friedlichen Dschihad, zu kritisieren gibt. Der gewaltsame Dschihad jedoch, welcher sich auch auf den Islam beruft, ist abzulehnen, weil dieser auf eine Art militärischen Kampf gegen Andersgläubige abzielt. Dieser gewaltsame Dschihad ist eine Auslegung des Islams, welche von der großen Mehrheit der Muslimen verurteilt wird. Sobald unter Dschihad Verfolgung, Diskriminierung, Zwangskonvertierung, Hetze Vernichtungsbestrebungen von Andersgläubigen verstanden wird, muss sich dem entschieden entgegen gestellt werden.

Daher gilt es Antisemitismus, sei es in Form des djihadistischen oder des neonazistischen Terrors, zu bekämpfen.

Wir lehnen Antisemitismus und Terrorismus nicht nur ab, weil sie beide menschenverachtend sind, sondern auch, weil sie die Menschen spalten und somit vom gemeinsamen Kampf für soziale Verbesserungen und gegen soziale Verschlechterung abhalten.

Unsere Solidarität und unser Mitgefühl gelten den Opfern und Angehörigen der getöteten Karikaturisten, sowie den Mitarbeitern des Satire Magazins Charlie Hebdo, wie auch den getöteten Polizisten und der Jüdischen Gemeinde von Paris.

Unsere Solidarität und unser Mitgefühl gelten ebenso den Opfern und Angehörigen der Diskussionsveranstaltung, der jüdischen Gemeinde in Kopenhagen, sowie der jüdischen Gemeinde in Oldenburg und auch der jüdischen Gemeinde im ostfranzösischen Sarre-Union.

Außerdem wollen wir uns für die spontane antifaschistische Demonstration und Aktion unter dem Titel: „Gegen jeden Antisemitismus“ der Antifa-Oldenburg bedanken und solidarisieren.

Linksjugend [‘solid] Bremerhaven / Cuxhaven

Quellen:

[1] http://www.neues-deutschland.de/artikel/961853.kopenhagen-anschlaege-auf-kulturzentrum-und-synagoge.html

[2] http://www.focus.de/panorama/welt/anschlaege-in-kopenhagen-wachmann-verhindert-schlimmes-blutbad-und-stirbt_id_4478670.html

[3] http://oldenburger-onlinezeitung.de/lokal/juedischer-friedhof-hakenkreuz-farbschmierereien-45461

[4] http://antifaelf.blogsport.de/2015/02/15/erneuter-anschlag-auf-den-juedischen-friedhof-in-oldenburg/

[5] http://www.nwzonline.de/blaulicht/hakenkreuze-am-juedischen-friedhof-in-oldenburg_a_24,0,621161743.html?utm_source=dlvr.it&utm_medium=twitter

[6] http://antifaelf.blogsport.de/2013/11/24/erneuter-angriff-auf-den-juedischen-friedhof-in-oldenburg-osternburg/
http://oldenburger-onlinezeitung.de/lokal/hakenkreuz-schmierereien-in-osternburg-44814

[7] http://www.neues-deutschland.de/artikel/961972.bei-europas-juden-waechst-die-angst.html

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