Erinnern heißt kämpfen – Bericht zum Stolperstein – Putztag vom 21.11.2015

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Stolperstein-Putzaktion Aktion vom 21.11.2015

Am 21. November um 14 Uhr trafen sich Genoss*innen und Sympathisant*innen der linksjugend [solid] Basisgruppe Bremerhaven und Cuxhaven um gemeinsam, ausgehend von der Bushaltestelle am Flötenkiel, Stolpersteine zu putzen.

Das bundesweite Projekt Stolpersteine fing 1992 an und geht auf den Künstlers Gunter Demnig zurück. Erst 2006 wurden die ersten Stolpersteine in Bremerhaven verlegt. Stolpersteine sind kleine Betonsteine auf deren sichtbaren Oberseite sich eine
goldenfarbende Messingplatte befindet. Auf dieser ist das individuelle Schicksal von Menschen eingraviert, um an die zu erinnern, die 1933-1945 von den deutschen Faschist*innen ermordet deportiert oder den Suizid getrieben worden sind oder in seltenen Fällen die Flucht vor den Nazis geschafft haben. Die zahlreichen Gedenksteine sind in Bremerhaven dort verlegt worden, wo dies bekannt ist. Bei den Menschen handelt es sich um Menschen jüdischen Glaubens und Widerstandskämpfer*innen. 
Da wir 2014 bereits die Stolpersteine in Geestemünde geputzt haben, entschieden wir uns dieses Mal dafür diejenigen, welche in den Stadtteilen Lehe und Mitte verlegt worden sind, zu putzen. Bei jedem Stein bzw. jeder Gruppe von Steinen lasen wir uns gegenseitig vor um wen es sich handelte und legten eine Phase des schweigenden Gedenkens ein. Außerdem legten wir auf jeden der Stolpersteine einen kleinen Stein als symbolische Geste des Erinnerns.
In der Innenstadt hielt dann ein Genosse eine Rede, die politisch einordnete warum gerade in der Phase in welcher wir uns befinden das Erinnern an die Opfer des deutschen Faschismus so wichtig ist. Er verband die Gewalt, die dem Faschismus ideologisch innewohnt mit den Gewalttaten, die sie heute gegen Geflüchteten-Unterkünfte, Geflüchtete und ihre Helfer so wie Linke verüben. Dabei wies er daraufhin, dass wenn die Faschisten wieder die Macht erringen würden, diese wieder genau so handeln werden wie im 3. Reich. Sie würden also wieder den Terror gegen Minderheiten, wie Menschen jüdischen Glaubens, Sinti und Roma, Homosexuelle ausführen, politische Gegner konsequent ausschalten und die imperialistische Aggression nach außen konsequent verbreiten um sie dann auch in Form von Kriegen umzusetzen, auch wenn sie behaupten, dass sie jetzt für ein Europa der Vaterländer streiten, führt ihre Ideologie genau dazu. Außerdem sagte der Genosse, dass es für Antifaschist*innen unabdingbar sei die soziale Frage zu stellen und zu beantworten, da die Faschist*innen genau diese zum Aufhänger für ihre rassistische, nationalistische und imperialistische Hetze nutzen, um so die Arbeiter*innenklasse zu spalten und dass die Fragen, die sich dort stellen aus dem Kapitalismus entspringen und deswegen den Kampf gegen Faschismus mit dem Kampf gegen den Kapitalismus verbinden muss.
Nach der Rede zogen wir noch geschlossen zum Gedenkstein für die Synagoge die während der Pogrome 1938 zerstört wurde um dort nochmals den Opfern der Pogrome schweigend zu gedenken.
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