Keine frohen Weihnachten und kein gutes neues Jahr ist Realität für viele in Bremerhaven

Am 19. Dezember gegen 14:00 Uhr verschenkten Genoss*innen der linksjugend [‘solid] Basisgruppe Bremerhaven und Cuxhaven selbstgebackene vegane Plätzchen an Passanten und Flyer basierenden auf den folgenden Text in der Innenstadt Bremerhavens, um auf die soziale Lage aufmerksam zu machen. Hier ein paar Fotos aus der sozialistischen Bäckerei:

 

In Bremerhaven regiert die soziale Verelendung. Breite Schichten der Stadtgesellschaft leben in Armut bzw. sind vom Abrutschen in diese bedroht.
Ende November 2015 lag die Arbeitslosenquote hier bei 15,5%. Das sind 8996 Menschen und aus der Quote werden all jene herausgerechnet, die sich in Maßnahmen der Agentur für Arbeit befinden. Das heißt, dass die reale Arbeitslosenquote bei mehr als 20% liegt. Von diesen 15,5 % leben 87,34 %, das sind 7857 Menschen, von maximal 400 Euro im Monat. Das heißt, dass sie mehr als ein Jahr arbeitslos sind. Daraus ergeben sich vernichtend schlechte Sozialstatistiken für junge Erwachsene, Jugendliche und Kinder. Von den jungen Erwachsenen und Jugendlichen sind zum Beispiel 21,1% vom Abrutschen in die Armut bedroht und  38% der Kinder in Bremerhaven müssen von Sozialleistungen leben. Die Lage ist prekär, aber wie sehen Lösungsansätze aus?
 
Raus aus der Isolierung! Rein in die Selbstorganisierung!
Die eben beschriebene Lage der Stadt führt häufig dazu, dass Menschen depressiv werden und sich auf Grund dessen gesellschaftlich isolieren, weil sie entweder nur noch damit beschäftigt sind irgendwie über die Runden zu kommen oder sich selbst die Schuld an ihrer sozialen Lage geben. Die wenigsten tragen Schuld daran, wenn sie gekündigt werden, keinen Ausbildungsplatz bekommen oder auf Grund einer miserablen Schulbildung keine beruflichen Perspektiven haben. Kündigungen werden meistens auf Grund der wirtschaftlichen Lage der Betriebe ausgesprochen, auch wenn dafür gerne Gründe bei den Arbeitnehmer*innen herangezogen werden. Über  Bremerhaven kann beispielsweise gesagt werden, dass die prekäre Lage am Arbeitsmarkt immer noch auf die Werftenkrise Ende der 80er bis Mitte der 90er Jahre zurückzuführen ist und somit auch auf das politische Versagen von CDU, SPD und Grünen, welche sich in dieser Zeit jeweils die Regierungsbank schiedlich-friedlich geteilt haben, aber nicht dazu in der Lage waren, tragfähige Konzepte gegen Armut und Arbeitslosigkeit zu entwickeln. Vielmehr haben sie durch die konsequente Umsetzung der Hartz-IV-Reformen dafür gesorgt, die Lage von heute 32,6% der Menschen in Bremerhaven noch schlechter und perspektivloser zu gestalten.
Ein erster Schritt dem entgegenzuwirken wäre, sich zu organisieren – und zwar gemeinsam, mit anderen Betroffenen, um gemeinsame Forderungen zu erbarbeiten.
Dazu fordern wir die radikale Umverteilung der Arbeitszeit und die Einführung der 30-Stunden-Woche, um mehr Raum für die Schaffung neuer Arbeitsplätze zu bieten. Außerdem setzen wir uns für eine Mindestsicherung von 1050 € ein; eine Summe von der die Menschen wirklich leben können, sodass der unsagbar große, finanzielle Druck von ihnen genommen werden kann.
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