Rede der Linksjugend von der Antirassismus-Kundgebung vom 24.01.2016 in Bremerhaven

IMG_20160124_133543Rede von Lukas Zöbelein für die Linksjugend Bremerhaven und Cuxhaven bei der Antirassismus Kundgebung vom 24.01.2016 in Bremerhavens Innenstadt vor der Großen Kirche.

Vor vier Tagen versammelte sich hier –  vor der Großen Kirche in Bremerhaven – eine Gruppe von Menschen. Es  wurde eine hetzerische und gegen Geflüchtete gerichtete Rede gehalten.  (…)
Vom Redner wurde hierbei ein rassistisches  Feindbild von den  Geflüchteten geschürt. Diese würden nicht nur  die „deutsche Kultur“  bedrohen, sondern seien auch alleinige Ursache zunehmender  sexueller  Gewalt gegen Frauen und Mädchen.
Mit dieser Ansicht stehen sie nicht allein da. Seit den Übergriffen auf  Frauen in der Silvesternacht wird sexuelle Gewalt vielfach mit  Geflüchteten gleichgesetzt. Die Vorfälle werden von Rechten und  Rechtspopulisten, aber auch von bürgerlichen Politiker*innen -von CDU  bis hin zur SPD- instrumentalisiert und zur Hetze gegen Geflüchtete  missbraucht.
Dies ist, wenn die AfD oder andere Parteien aus dem rechten Spektrum  genau angeschaut werden, jedoch reiner Rassismus. So sind diese Parteien  unglaublich reaktionär und sexistisch. Sie erinnern mit ihren Slogans  teilweise, wenn nicht sogar komplett, an die NS-Propaganda, die  „deutsche  Hausfrauen mit gebärfreudigem Becken“ bewarb. Es ist also  reine  Heuchelei, wenn sexistische Politiker*innen versuchen, mit dem  Vorwurf  des Sexismus gegen Geflüchtete zu hetzen. Der springende Punkt  dabei ist, dass diese Parteien und ihre Politiker*innen genauso  verabscheuungswürdig sind, wie alle anderen Menschen, die Sexismus in   irgendeiner Form gut heißen und/oder sexuelle Gewalt (dazu zählt auch   verbale) ausüben. Es ist egal, welchen Stand in der Gesellschaft, welche  Religion, Hautfarbe, zugeschriebene Nationalität oder Beruf ein  Mensch  hat, wenn ein Mensch einen anderen Menschen (oder mehrere Menschen)  sexuell belästigt, ist dieser Mensch ein widerliches Arschloch.  Besonders heuchlerisch ist, dass einige dieser widerlichen Arschlöcher  meinen, aufgrund von Taten anderer widerlicher Arschlöcher,  es könne  aufgrund einer spezifischen Nationalität auf solche Taten geschlossen  werden und diese würden „nur“ aufgrund von „Überfremdung“  vorkommen.
Allerdings wird diese Ansicht hinfällig, wenn z.B. das Oktoberfest in  betrachtgezogen wird, wo es auch immer zu sexueller Belästigung kommt  und anschließend nicht eine spezifische „deutsche“ Nationalität als  Ursache bestimmt wird. Sexistische Parteien benutzen also Sexismus von  Menschen, die nicht die „deutsche Nationalität“ haben, als Mittel, um  ihren Rassismus verbreiten zu können. Daher gilt es, sich gemeinsam gegen jeglichen Sexismus und Rassismus  durch einzelne Personen und Parteien zu stellen und für die  Gleichberechtigung von allen Menschen unabhängig vom Geschlecht bzw.  Geschlechteridentität zu kämpfen
Auch gilt es Rassismus zu bekämpfen  indem wir GEMEINSAM mit den  Geflüchteten für eine menschliche Unterbringung kämpfen. Außerdem müssen  wir mit ihnen gemeinsam für gut bezahlte Jobs, ein finanziell gut  ausgestattetes Bildungssystem, welches allen Bildung unabhängig vom  Geldbeutel der Eltern garantiert und bezahlbaren Wohnraum kämpfen. Des  weiteren müssen wir um dem Terror in Syrien oder sonst wo  entgegenzutreten gegen die Kriege kämpfen, die auch von deutschem Boden  ausgehen bzw. von hier mit Waffen und Munition beliefert werden. Zudem  ist es uns egal ob Menschen fliehen, weil sie in ihrem Land politisch  verfolgt werden, ihre Länder von Kriegen zerrissen werden oder weil ihre  Länder durch wirtschaftliche Ausbeutung keine Perspektive für sie  bieten. WIR SAGEN Laut und deutlich ALLE FLUCHTURSACHEN MÜSSEN ANERKANNT  WERDEN! BLEIBERECHT FÜR ALLE!
All die oben aufgezählten Kämpfe müssen auch und gerade gegen die  Politik der Großen Koalition und insbesondere gegen die der SPD geführt  werden. Diese führt nämlich überall wo sie auf Landesebene regiert ein  hartes Regime der „Schwarzen Null“ d.h. sie kürzt im sozialen Bereich um  Gelder zu sparen. Außerdem fällt sie bei jeder neuen Verschärfung des  Asylrechts um und stimmt diesen immer zu. Es heißt also sich gemeinsam  im Kampf gegen Soziakürzungen zu organisieren egal von welcher Partei  sie um- und durchgesetzt werden. Hier wollen wir auch die Heuchler*innen  der Grünen nicht vergessen die für ihre staatstragende Politik von uns  definitiv keinen Applaus erhalten sondern die klare Ansage „Sie sagen  kürzen! Wir sagen Stürzen!“
Alle diese Probleme gehen vom Kapitalismus aus. Deswegen ist es für  uns genau so wichtig gegen die einzelnen Probleme zu kämpfen sowie eine  Alternative zu diesem System aufzuzeigen.
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