Marvin Mergard („Junge Alternative Bremen“) zwischen Monarchismus und NS-Verharmlosung

Am 16. Oktober 2016 wurde offiziell der letzte Landesverband der Jugendorganisation der rechtspopulistischen bis rechtsradikalen AfD, „Junge Alternative“ (JA), in Bremen gegründet. Zum stellvertretenden Vorsitzenden wurde Marvin Mergard gewählt. Dieser ist gleichzeitig auch AfD-Fraktionssprecher im Beirat von Vegesack (Stadtteil in Bremen-Nord).

Wie ist Marvin Mergard politisch einzuschätzen?
Bei Facebook macht Marvin Mergard keinen Hehl draus, mit weiteren Afd-Mitgliedern, die sich als Monarchisten sehen, gemeinsam eine Art Gedenkveranstaltung für Bismarck am 30. Juli in Friedrichsruh bei Hamburg durchzuführen. Unter dem Motto: „Patrioten und Monarchisten vereint.“, posierten die Nachwuchs-Ideologen der AfD.

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Hierdurch zeigt sich der antidemokratische Charakter dieser Strömung in der AfD. Gerade die deutschen Monarchisten verachten die Demokratie. Nach dem der Kaiser Wilhelm II abdankte, formierte sich 1918 die „Deutschnationale Volkspartei“ (DNVP). Sie zeichnete sich durch Nationalismus, Nationalliberalismus, Antisemitismus, kaiserlich-monarchistischen Konservatismus sowie völkische Elemente aus. Zugleich sabotierten „kaisertreue“ Beamten die Weimarer Republik. Die DNVP kooperierte mit der NSDAP, verlor zunehmend gegen Ende der Weimarer Republik an Bedeutung, da die NSDAP ähnliche Positionen stärker verbreiten konnte. 1933 löste sich die DNVP auf.  Danach traten die Reichstagsabgeordneten der DNVP zur NSDAP über.

Sehnsucht nach altem Naziprojekt? – Germania
Die neofaschistische Ader von Marvin Mergard kommt durch folgenden Beitrag zur Geltung:

„Blick nicht umher, spüre doch kein Leid.
Erweck Germania, die verlorne Maid.
Versuch es stets aufs Neu‘
Und bleib der Heimat treu!“

Im „Dritten Reich“ unter Adolf Hitler war Germania ein gigantomanisches Bauprojekt. Dazu sollte die „Reichshauptstadt Germania“ aus monumentalen und überdimensionierten Bauten erbaut werden, welche nach dem „Gesamtbauplan für die Reichshauptstadt“ aus Berlin entstehen sollte. Germania sollte die Herrschaftsansprüche des „Nationalsozialismus“ manifestieren indem es als Zentrum des „großgermanischen Weltreichs“ verwirklicht werden sollte. Das Bestreben der Nazis das Reich Germania zu erwecken, muss als eine Art Versuch in diesem Kontext gesehen werden, welcher gescheitert ist, weil das Projekt nie vollendet wurde. „Versuch es stets aufs Neu!“ schreibt Marvin Mergard. Die Bestrebung es erneut zu versuchen, muss dahingehend als anknüpfen an die vorherige Bestrebung verstanden werden. Für dieses Ziel ist eine wahnhaft-stilisierte Unterwerfung der Gesellschaft durch eine sogenannte „Heimattreue“ Voraussetzung, um das verlorene Germania zu erwecken.

Marvin Mergard gefällt es als Nazi bezeichnet zu werden
Unter dem Beitrag von Marvin Mergard schreibt jemand als Vorwurf „Nazi“. Anstatt das abzustreiten, was bei Afd-Mitgliedern in der Regel zu erwarten wäre, passiert das Gegenteil. Die Bezeichnung Nazi wird von Marvin Mergard dem stellvertretenden Vorsitzenden der „Jungen Alternative Bremen“ mit „gefällt mir“ versehen. Als Reaktion schreibt er daraufhin „Hetzer“. Unter der Voraussetzung, dass Marvin Mergard die Bezeichnung Nazi als einen Witz oder Spaß ansieht, was zwar kaum verständlich wäre, dann spiegelt es ebenfalls eine Verharmlosung des Faschismus deutscher Prägung und all seiner Verbrechen gegen die Menschheit wieder.

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